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  • 6. Kati Nachwuchs Camp powered by Knauf

    29. Juni bis 01. Juli 2018 in Oberhof

    Spaß, Spannung & Kampf: Erfolgreiche drei Tage für 17 Biathlon-Talente beim KatiCamp in Oberhof

    Das KatiCamp kannte Andi Stitzl nur vom Hörensagen. Als der ehemaliger Trainer der dreifachen Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm für die sechste Auflage angefragt wurde, zögerte er nicht lange und sagte seine Teilnahme sofort zu. "Ich habe das Angebot sehr gern angenommen." Drei Tage gab er sein Wissen und seine Erfahrungen an den Biathlon-Nachwuchs weiter. 17 Teilnehmer aus sechs Landesverbänden folgten der Einladung der Gastgeberin Kati Wilhelm nach Oberhof. Das Programm sehr vielseitig: Vorträge, Trainingseinheiten und ein Biathlon-Wettkampf. Dass der Spaß ebenfalls nicht zu kurz kam, dafür sorgte ein gemeinsamer Grill- und Bowlingabend sowie eine Küchenparty in Katis Lokal "Heimatlon" in Steinbach-Hallenberg.

    So ein Camp beginnt traditionell mit der Anreise am Freitagnachmittag. Nach dem Check-In konnten sich die jungen Teilnehmer bei einem späten Mittagessen ordentlich stärken. Anschließend begrüßte Kati Wilhelm die Teilnehmer offiziell und stellte mit Andi Stitzl einen ihrer Wegbegleiter aus ihrer aktiven Zeit vor. Er war ihr Heimtrainer am Stützpunkt in Ruhpolding. "Ich wünsche uns ein schönes Wochenende. Das Wetter haben wir dafür gut bestellt. Das haben wir uns verdient", sagt Kati Wilhelm, bevor es gemeinsam mit den Talenten auf die Laufrunde zum Wachstruck der Biathlon-Nationalmannschaft zur Kaserne am Grenzadler ging. 

    Hoch motiviert schlugen die jungen Biathleten ein hohes Tempo an und erreichten recht schnell ihr Ziel. Beim Wachsruck begrüßte sie Andreas Emslander. Der Cheftechniker der deutschen Biathleten nahm den Nachwuchs mit ins DSV-Technologiezentrum, das seit 2012 in Oberhof besteht. Neugierig betraten die jungen Biathleten den ersten Raum, der mit Skiern mehr als gut gefüllt war. "Alle laufenden Disziplinen wie Langlauf, Nordische Kombination und Biathlon sind in diesem Zentrum vereint. Das hat logistische Vorteile, weil sich das ganze Material unter einem Dach befindet", erklärt Emslander und führte die Gruppe in die nächsten beiden Räume. 

    Wohin das Auge blickte, lagen oder standen Skier in den unterschiedlichsten Breiten in den entsprechenden Vorrichtungen. Aus Platzmangel hingen sie sogar schon an den Wänden. "Als wir hier eingezogen sind, dachten wir, wir haben viel Platz. Jetzt reicht er schon gar nicht mehr aus. Mittlerweile sind wir längst an die Grenze gestoßen, müssten eigentlich anbauen", sagt Emslander schmunzelnd. In diesen Räumen werden aber nicht nur Skier präpariert. So geht es auch darum, exklusive Sachen zu entwickeln. "Wir sind bestrebt, uns in allen Bereich von der Konkurrenz abzusetzen. Wie zum Beispiel im Schliffbereich oder auch den Skibelägen." Also wird fleißig hinter den Kulissen getüfelt.

    Der kleine Rundgang durch das Zentrum endet in dem wohl größten Raum. Das Herzstück bilden zwei große Schleifmaschinen. Geschliffen werden hier pro Jahr zwischen 3.000 und 4.000 Paar Skier, beginnend ab C-Kader. Imposant sind nicht nur die Maschinen. An den Wänden hängt Ski-Geschichte - Bretter aus längst vergessenen Zeiten bis zur Gegenwart. Anschließend führt Emslander den Nachwuchs durch den Wachstruck, eingeteilt in drei Bereiche. Im ersten befinden sich die Auszüge für die einzelnen Kaderathleten wie Arnd Peiffer, Erik Lesser oder Laura Dahlmeier. "Die Skier der Athleten werden in den entsprechenden Schränken gelagert, so dass jeder Techniker einen guten Zugang zum Material hat." Im mittleren Abschnitt befinden sich die Arbeitsplätze der Techniker, im hinteren Teil eine weitere Vorrichtung, in der die Rennski mit Flüssigwachs fertig präpariert werden. Nach dem informativen Rundgang wurde zurück ins Hotel gejoggt. 

    Nach einer kleinen Verschnaufpause erwartete die Teilnehmer ein Vortrag von Kati Wilhelm "Entscheidungen treffen - Ziele erreichen". Zunächst zeigte sie einen Film über ihre erfolgreichen Jahre im Schnelldurchgang - mit Gänsehaut-Garantie. Jeder Erfolg hat seine Geschichte. Und diese bringt die 41-Jährige dem Biathlon-Nachwuchs eindrucksvoll näher - von ihren Anfängen bis zum Karriereende 2010. Beispielsweise berichtet sie über eine besondere Medaille. Nämlich die Goldene (Verfolgung) von Olympia 2006. "Ich kam als Top-Favoritin nach Turin, der Druck war enorm. Das Ziel war eine Medaille, möglichst die Goldene, zu gewinnen. Diesem Druck habe ich standgehalten. Das war schon ein besonderes Gefühl", erinnert sich die sympathische Gastgeberin zurück.  

    Ebenso ließ sie sich nicht davon abbringen, das deutsche Team als Fahnenträgerin ins Stadion zu führen. "Für mich war es eine große Ehre. Ich habe mich dafür entschieden und es nicht bereut." Sicherlich verliefen ihre ersten Rennen nicht wie gewünscht, ihr Rennen sollte noch kommen. "Ich habe auf die Chance gewartet und habe sie im Verfolgungsrennen bekommen. Ich wusste, das wird heute ein genialer Tag." Sie erzählte von einer weiteren wegweisenden Entscheidung wie dem Wechsel von Oberhof an den Stützpunkt nach Ruhpolding. "Ich hatte viel mehr Eigenverantwortung im Training. Ich wollte es so." Der Erfolg kehrte zurück. Es sind Geschichten, die Mut machen, Entscheidungen zu treffen. Keine Entscheidung ist keine Option, gibt sie ihren jungen Zuhörern mit auf dem Weg. Aber noch viel wichtiger: "Stellt Entscheidungen nicht in Frage, lernt auch aus Fehlentscheidungen." 

    Nach diesem beeindruckenden Vortrag durften die Athleten ihre Fragen an Kati Wilhelm loswerden, bevor sie selbst in den Fokus rückten. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde wurden die eingeladenen Nachwuchsathleten mit Löffler Sportbekleidung ausgestattet und erhielten nützliche Geschenke weiterer Förderer. Von der Trinkflasche bis zum Windstopper war alles dabei. Nach der Einkleidung klang der Abend in gemütlicher Runde aus. Sportlich wurde es beim Bowling und Beach-Volleyball, wo sich die Teilnehmer schon als homogene Gruppe zeigten. 

    Der zweite Tag im KatiCamp

    Der zweite Camptag war ebenso gut gefüllt. Nach einem ausgewogenen Frühstück wartete Andi Stitzl und Kati Wilhelm schon auf dem Sportplatz. Der Tag begann mit lockerem Einlaufen auf der Rundbahn, bevor es spezieller wurde. Stizl zeigte ihnen Imitations- und Stabilisationsübungen, die sich für das heimische Training gut anwenden lassen. Dafür braucht es lediglich Markierungshütchen, eine Koordinationsleiter und Matten. Stitzl legte viel Wert auf "saubere Technik, saubere Ausführung". Mit kritischem Blick schaute er dem Nachwuchs über die Schulter, korrigierte wenn nötig und brachte immer mal wieder mit lockeren Sprüchen ein bisschen Spaß in die erste Trainingseinheit. Bei den Stabilisationsübungen unterstützte ihn Kati Wilhelm, die dem Nachwuchs weitere Übungen für Zuhause zeigte.

    Für die zweite Einheit ging es erstmals in die Skihalle, wo die Nachwuchsathleten in ihrem Element waren. "Man hatte das Gefühl, jetzt können sie endlich mal zeigen, was in ihnen steckt. Das zu sehen und zu beobachten, war schon toll", hatte Conny Stürmer, verantwortlich für das Projektmarketing bei Knauf, beobachtet. Als langjähriger Partner unterstützt Knauf das KatiCamp seit der ersten Stunde und begleitet es seither vor Ort. Der Besuch in der Skihalle mit anschließendem Technik- und Methodiktraining kam bei den jungen Athleten richtig gut an. "Am besten fand ich das Skitraining in der Skihalle, weil wir viele Technikhinweise bekommen haben und auch im Sommer ein bisschen Skifahren durften", freute sich Julius Hofmann vom Thüringer Skiverband über den Ausflug in den Schnee.

    Der zweite Camptag klang in Katis Lokal "Heimatlon" in Steinbach-Hallenberg aus. Dort erhielt die Gastgeberin weitere helfende Hände. Nämlich von ihren Kindern: Lotta und Jakob, die die Teams für den am nächsten Tag stattfindenden Wettkampf auslosten. Danach ging es über zum kreativen Teil. Knusprige Ur-Fladen sollten kreiirt werden. Eine der Spezialitäten in Katis Heimat-Lokal. Diesmal durfte der Nachwuchs ran, er ließ sich nicht zweimal bitten. Die zuvor ausgelosten Teams belegten jeweils einen Fladen mit frischen Zutaten. Aus dem Holzofen direkt in den Mund: Die selbstgemachten Ur-Fladen mundeten und rundeten den Tag genussvoll ab.

    Der dritte Tag im KatiCamp

    Traditionell den Abschluss des dreitägigen KatiCamps bildet der Biathlon-Wettkampf am Sonntag. Dieses Mal nicht in der Arena, weil parallel ein anderer Wettkampf dort durchgeführt wurde, sondern in der Schießhalle. Unterstützung erhielten die Campteilnehmer von DSV-Waffenwart Sandro Brislinger. Um sich mit den teils neuen Waffen vertraut zu machen, gab es das Einschießen für die Athleten an den jeweiligen Anlagen. "Wir helfen und unterstützen", sagt Kati Wilhelm und eilte schon zum ersten Team. Erst einmal alle liegend, dann stehend. Danach wurden die Regeln für jeden verständlich erklärt. 

    Unter großem Applaus und den Anfeuerungsrufen der anderen Teamkollegen fiel dann der Startschuss zum Abschlussrennen. Nach einer Runde im Wald ging es zurück zur Schießhalle, wo im Liegendanschlag begonnen wurde. Jeder Fehler wurde mit einer Strafrunde belegt. Gekreiselt wurde des Öfteren. Für reichlich Spannung war also gesorgt. Es siegten Julia Kink, Lavinia Fischer, Tim Nechwatal und Mathis Färber. "Das war ein schöner Abschluss-Wettkampf. Das hat mir gefallen", sagt Andi Stitzl. Für die Erstplatzierten gab es gläserne Pokal, Urkunden und Preise. Und auch die anderen Teilnehmer gingen nicht leer aus. Für sie gab es ebenfalls Urkunden und kleine Geschenke. Mit der Siegerehrung neigte sich das KatiCamp schon wieder dem Ende entgegen. Nicht ohne ein paar Abschiedsworte. "Beim Camp war alles dabei: Kampf, Spannung, Spaß", zeigt sich Andi Stitzl begeistert und lobte zugleich die Motivation der Athleten. Mit seinem Kommen bereicherte er das KatiCamp und kennt es jetzt nicht mehr nur vom Hörensagen.

    Reportage KatiCamp 2018 // Autorin: Sandra Arm

    KatiCamp 2018 powered by Knauf – 17 junge Biathlontalente aus ganz Deutschland mit der Gastgeberin Kati Wilhelm und ihrem ehemaligen Trainer Andi Stitzl
    Foto: Karina Heßland/Kati Wilhelm
    Der Cheftechniker der Biathleten Andreas Emslander zeigte den Campteilnehmern den Wachstruck und die Technikräume.
    Foto: Karina Heßland/Kati Wilhelm