02.11.2017

PRESSE: Was ist für Sie Zuhause, Kati Wilhelm?

Thüringer Allgemeine, 28.10.2017 - Meine beiden Kinder kamen im gleichen Krankenhaus wie ich zur Welt. Bei meiner Tochter war sogar dieselbe Ärztin wie bei meiner Geburt dabei. Wie sich dieser Kreis geschlossen hat? Vielleicht auch dadurch, dass ich trotz meiner internationalen Karriere meinen Lebensmittelpunkt immer in Thüringen hatte!

Durch den Leistungssport bedingt, zog ich schon mit 14 Jahren ins Sportinternat. Später, als Leistungssportlerin, wohnte ich einige Jahre in Bayern. Dort habe ich auch meinen Mann kennengelernt. Als nach Beendigung meiner sportlichen Karriere das Heimweh stärker wurde, stellte sich zunächst die Frage: „Möchte ein Bayer nach Thüringen?“ Das kann ich heute eindeutig mit „Ja“ beantworten. Wir vier fühlen uns im Mehrgenerationenhaus gemeinsam mit meinen Eltern pudelwohl. Die Einrichtung ist modern und wohnlich zugleich.
Obwohl ich stolz auf meine Medaillen bin, habe ich sie nicht alle aufgehängt oder in der Wohnung ausgestellt. Stattdessen liegt bei uns eigentlich in jedem Zimmer ein bisschen Spielzeug herum. Und die offene Architektur sorgt dafür, dass ich auch von der Küche aus zusehen kann, wenn meine Kinder im Wohnzimmer spielen. Diese Nähe ist mir wichtig. Es trifft sich gut, dass ich auch einige Büroarbeit, die ich für mein Lokal erledigen muss, mit nach Hause bringen kann. 

Die Idee, in Steinbach-Hallenberg das Heimatlon zu eröffnen, wo man sich spontan treffen kann, um dort zu essen oder zu trinken, habe ich übrigens meiner sportlichen Karriere zu verdanken. Solche Lokale, die alle Leute ansprechen, habe ich auf meinen Reisen entdeckt und schätzen gelernt. Aus der Ferne habe ich auch die Schönheit meiner Heimat erst so richtig erkennen können. Jetzt freue ich mich – mit all meinen Erfahrungen – wieder zu Hause zu sein. 

Quelle: Thüringer Allgemeine vom 28. Oktober 2017

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